Abfluss verstopft: was jetzt hilft
Das Wasser steht in der Spüle, in der Dusche oder im Waschbecken und läuft nicht mehr oder nur noch langsam ab. Meistens kündigt sich das vorher an, bemerkt wird es aber erst, wenn gar nichts mehr geht.
Hier steht, was Sie selbst tun können, was Sie besser lassen und woran Sie erkennen, ob das Problem an diesem einen Ablauf hängt oder weiter hinten in der Leitung sitzt.
Was Sie jetzt tun können
Diese Punkte kosten nichts und verhindern in vielen Fällen, dass aus einer Verstopfung ein Wasserschaden wird.
Kein weiteres Wasser einleiten
Nutzen Sie den betroffenen Ablauf nicht weiter. Schalten Sie Spül- und Waschmaschine aus, wenn sie in dieselbe Leitung entwässern. Jeder Liter, der jetzt dazukommt, muss irgendwo hin.
Nichts Chemisches einfüllen
Flüssige Rohrreiniger lösen eine feste Verstopfung selten auf. Sie stehen danach über dem Hindernis, können Dichtungen angreifen und kommen beim Öffnen des Rohrs wieder heraus.
Prüfen, wie viele Abläufe betroffen sind
Lassen Sie an einer anderen Stelle im Haus kurz Wasser laufen. Läuft dort alles normal ab, sitzt das Hindernis vermutlich nah am betroffenen Becken. Staut es sich auch anderswo, liegt es weiter hinten.
Geruchsverschluss ansehen, wenn nur ein Becken betroffen ist
Unter dem Becken sitzt der Siphon, dort sammelt sich am häufigsten etwas an. Eimer darunterstellen, Verschraubung von Hand lösen, Inhalt entfernen. Wer sich das nicht zutraut, lässt es besser.
Nicht mit Gewalt arbeiten
Kein Draht, kein Schraubendreher und keine harten Gegenstände ins Rohr. Damit lässt sich das Rohr beschädigen, und ein Keramikbecken bekommt schnell einen Sprung. Aus einer Verstopfung wird so ein Schaden.
Zugang frei räumen
Räumen Sie den Unterschrank aus und stellen Sie Waschmaschine, Kisten und empfindliche Gegenstände beiseite. Das spart vor Ort die meiste Zeit.
Wann Sie uns rufen sollten
- Mehrere Abläufe im Haus laufen gleichzeitig langsam oder gar nicht ab.
- Aus einem anderen Ablauf kommt Wasser hoch, sobald Sie irgendwo Wasser einlaufen lassen.
- Der Ablauf im Keller oder im Untergeschoss ist betroffen.
- Es riecht deutlich nach Abwasser.
- Die Verstopfung war schon einmal da und ist wiedergekommen.
- Sie haben chemischen Rohrreiniger eingefüllt und es hat nichts gebracht.
Woher eine Verstopfung meistens kommt
In der Küche: Fett und Speisereste
Fett läuft flüssig in den Abfluss und wird im kalten Rohr wieder fest. Zusammen mit Speiseresten und Kaffeesatz bildet sich daraus eine Schicht, die weiter wächst und den Querschnitt verengt.
Heißes Wasser hilft gegen frisches Fett und gegen den Anfang einer solchen Schicht. Gegen alte, harte Ablagerungen hilft es nicht mehr.
Im Bad: Haare und Seifenreste
In Dusche und Waschbecken verfilzen Haare mit Seifen- und Cremeresten zu einem festen Pfropfen. Er sitzt fast immer im ersten halben Meter hinter dem Ablauf.
Ein Sieb im Ablauf löst das Problem dauerhafter als jedes Mittel, das hinterher eingefüllt wird.
Weiter hinten: Ablagerungen, Wurzeln, Fremdkörper
Wenn mehrere Abläufe gleichzeitig streiken, sitzt das Hindernis in einem Rohr, das mehrere Räume gemeinsam nutzen, also im Fallrohr oder in der Grundleitung.
Dort sind es meistens gewachsene Ablagerungen, eingewachsene Wurzeln oder ein Fremdkörper. Solche Fälle lassen sich mit Hausmitteln nicht lösen, und sie kommen ohne Reinigung der Rohrwand zurück.
Häufige Fragen bei verstopftem Abfluss
Woran erkenne ich, ob nur ein Ablauf oder die ganze Leitung betroffen ist?
Lassen Sie an einer anderen Stelle im Haus Wasser laufen und beobachten Sie den ersten Ablauf. Gluckert es dort, steigt der Wasserstand oder kommt Wasser hoch, hängen beide an derselben Leitung und das Hindernis sitzt hinter der Verzweigung.
Hilft heißes Wasser?
Bei frischem Fett in der Küche oft ja. Bei Haaren, bei Fremdkörpern und bei alten, harten Ablagerungen nicht. Kochendes Wasser gehört weder in Kunststoffrohre noch in ein Keramikbecken.
Was ist mit Natron und Essig?
Die Mischung schäumt und löst leichte Beläge im Geruchsverschluss an. Eine feste Verstopfung bewegt sie nicht. Schaden nimmt das Rohr davon in aller Regel nicht, deshalb spricht nichts gegen einen Versuch, bevor Sie zu schärferen Mitteln greifen.
Ich wohne zur Miete. Wen rufe ich an?
Betrifft es nur Ihre Wohnung, klärt sich das meistens direkt. Ist eine gemeinsam genutzte Leitung betroffen, gehört die Hausverwaltung oder die Eigentümerseite informiert. Eine Rechtsberatung dürfen wir dazu nicht geben.
Der Abfluss läuft wieder, aber langsam. Reicht das?
Ein Ablauf, der dauerhaft langsam läuft, ist eine Verstopfung im Anfangsstadium. Das Rohr ist noch nicht dicht, aber schon eng. Wer damit wartet, hat den nächsten Stillstand meistens zum ungünstigsten Zeitpunkt.